Ju 52 "Tante Ju"

Die Ju 52 von Hugo Junkers

Eine Blechkiste schreibt Geschichte – die Ju 52

Das sicherlich bekannteste Flugzeug der Luftfahrtgeschichte ist die Junkers Ju 52, auch liebevoll "Tante Ju" genannt. Weltweit fasziniert sie immer noch Jung und Alt. Ihre markante Silhouette macht sie unverwechselbar, ihre Robustheit anscheinend unverwüstlich. Nach ihrem Erstflug im Mai 1932 bewährte sie sich so gut, dass die Lufthansa die Ju 52 zu ihrem Standardflugzeug machte. Sechs Jahre später wurden fast 75 % des gesamten Luftverkehrs mit ihr abgewickelt.

Eine der letzten flugfähigen Ju 52/3m mit der Kennung HB-HOY wird seit Frühjahr 2013 am Flughafen Mönchengladbach stationiert und nach Fertigstellung des Eventhangars dort präsentiert. Das Flugzeug gehört dem Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e. V. (VFL) und wird von der JU AIR betrieben. Von den weltweit acht flugfähigen Ju 52-Flugzeugen, sind neben der HB-HOY lediglich vier weitere (von denen drei der JU AIR gehören und eine der Lufthansa Berlin Stiftung) für kommerzielle Rundflüge zugelassen. Die HB-HOY ist eine CASA 352 (ein spanischer Lizenzbau der Ju 52) aus dem Jahre 1949. Sie wurde vom VFL restauriert, sodass sie seit 1997 wieder fliegt.

Technische Daten zur Ju 52

  • Baujahr: 1949
  • Triebwerke: 3 BMW-Motoren 132 A/3
  • Länge: 18,50 m
  • Höhe: 4,65 m, mit Fahrwerk 6,10 m
  • Besatzung: 17 Passagiere, 2 Piloten und 1 Flugbegleitung
  • Reisegeschwindigkeit: 180 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h
  • Reichweite: 1200 km
  • max. Flugdauer: 6 Stunden
  • Anzahl der Flugzeuge weltweit/davon flugfähig: ca. 6000/8

F13 Nachtigall

Im Jahr 1919 hob das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug vom Boden ab und begründet den Beginn der zivilen Luftfahrt. Eine geschlossene, beheizte Passagierkabine für 4 Personen war für damalige Verhältnisse eine Innovation, musste man doch bis dahin mit Brillen und warmer Kleidung den äußeren Einflüssen trotzen. Damit war der Weg zu einem komfortablen Personenflugverkehr möglich. Es entwickelte sich sehr schnell ein europaweites Streckennetz mit einem regelmäßigen Flugplan und konkurrierenden Fluggesellschaften, die die Entwicklung immer neuer Flugzeugtypen vorantrieben. Auch in den USA, Südamerika, China, Russland und Afrika machte die F 13 Furore. Sie brach mehrere Flugrekorde und wurde zur wichtigsten Vorstufe der später berühmt gewordenen Ju 52/3m. Heute existieren von der F 13 weltweit nur noch wenige Modelle. Das Mönchengladbacher Modell schenkte der Flughafen Stuttgart der WFMG im Frühjahr 2013. Eine tatsächlich flugfähige F 13 baut derzeit der am Mönchengladbacher Flughafen beheimatete Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e. V. nach. Einzigartig soll diese Nachtigall ab 2015 wieder durch die Lüfte fliegen.

Technische Daten zur F13

  • Baujahr: 1919
  • Triebwerke: wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor BMW IIIa
  • Länge: 14,82 m
  • Höhe: 3,50 m, mit Fahrwerk 4,10 m
  • Besatzung: 2 Piloten und 4 Passagiere
  • Reisegeschwindigkeit: 150 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
  • Reichweite: 1200 - 1400 km
  • max. Flugdauer: 6 Stunden
  • Anzahl gebauter Flugzeuge weltweit/davon erhalten/davon flugfähig: 330/5/0

Hugo Junkers

Die Person Hugo Junkers

Hugo Junkers wurde am 3. Februar 1859 als Sohn eines Webereibesitzers in Rheydt bei Mönchengladbach geboren. Er studierte Maschinenbau in Berlin, Karlsruhe und Aachen. Er gründete die „Versuchsanstalt für Gasmotoren“ in Dessau sowie das Unternehmen Junkers & Co, in dem Gasbadeöfen, Heizgeräte und Motoren für Flugzeuge, Schiffe und Kraftfahrzeuge andere seiner Erfindungen produziert wurden. 

Junkers konnte sein Firmenimperium trotz der Wirtschaftskrise erfolgreich am Markt behaupten, konnte aber eine Enteignung durch die Nationalsozialisten nicht verhindern, da er sich weigerte, seine Flugzeugentwicklungen auch für eine militärische Nutzung voranzutreiben. Junkers musste nach der Enteignung seines Unternehmens Dessau verlassen und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in München, wo er am 3.2.1935, seinem 76. Geburtstag, starb und auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt wurde.

Innovationen

Innovative Bauweise der Ju.

Seine legendäre Ju 52 begeistert die Menschen bis in die heutige Zeit. Aber auch in anderen Bereichen setzte Hugo Junkers Maßstäbe. So revolutionierte er mit bahnbrechenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Thermotechnik die Warmwasserbereitung in den Haushalten und legten damit den Grundstein für sein wirtschaftlich erfolgreiches Firmenimperium. Insgesamt fast 400 Patente gehen auf Hugo Junkers zurück. Sein Markenzeichen war ein Ikarus, fliegender Mensch der griechischen Mythologie, welcher eindeutig zeigt, dass der Schwerpunkt seiner Forschungen der Luftfahrt galt. Die Entwicklung eines robusten, ganz aus Metall gefertigten Flugzeuges gelang ihm 1915 mit der J 1. Es folgte die F 13 als erstes Flugzeug mit geschlossener Passagierkabine.

Architektur

Junkers Pioniergeist brachte auch im Bereich Architektur beachtliche Leistungen hervor. Er verstand sich dabei eher als Konstrukteur, weniger als Künstler. Die Nähe zum ebenfalls in Dessau angesiedelten Staatlichen Bauhaus führte zu erfolgreichen Kooperationen. Das gemeinsame Ziel, durch industrielle Serienfertigung eine funktionale und preisgünstige Lösung für Industrie- und Wohngebäude zu entwickeln, verband Junkers und das Bauhaus zu einer erfolgreichen Allianz. Erkenntnisse seiner Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Metallbaukonstruktion konnten von den Gestaltern des Bauhauses genutzt und weiterentwickelt werden. Freitragende Hallen, die dank einfacher Konstruktion durch Metalllamellen problemlos zu transportieren und aufzubauen waren, entstanden ebenso wie Wohnhäuser, haustechnische Anlagen, Möbel und Gebrauchsgegenstände.